Bericht: Autumn Moon Festival 2019

Vom 18. bis 20. Oktober fand in Hameln wieder das Autumn Moon Festival statt. Zum fünften Mal verwandelte sich das Weserufer an der Rattenfängerhalle in ein schaurig-schönes Festival-Gelände. Mehr als 60 Bands traten auf fünf Bühnen an drei Tagen auf und sorgten für gute Stimmung bei über 3.000 Besuchern.

Das Autumn Moon ist nun also fünf Jahre alt geworden. Und in diesen fünf Jahren hat man einiges dazu gelernt und dieses „kleine“ Festival stetig erweitert. Jedes Jahr aufs neue sorgen die Veranstalter für ein wundervolles Ambiente, sei es auf dem liebevoll gestalteten Halloween Markt oder auch in der Rattenfängerhalle. Mit mehr als 60 Bands ist das Line-Up des Festivals mehr als beachtlich. Schön ist dabei, dass jeder Band genügend Spielzeit geboten wird. So hat kaum ein Act weniger als 60 Minuten um mit den Fans und Besuchern zu feiern. Auch in diesem  Jahr waren unter den unzähligen Bands wieder einige Überraschungen dabei – neben absoluten Klassikern standen also auch Newcomer und Geheimtipps auf der Bühne.


Freitag
System Noire eröffnen das Festival

Eröffnet wurde das fünfte Jahr fast pünktlich gegen 15.00 Uhr in der Sumpfblume. Den Platz hatten sich eigentlich Illuminate gesichert, welche ihren Auftritt allerdings kurzfristig absagen mussten. Als Ersatz stand spontan aber System Noire bereit – die „Hausband“ sorgte direkt für gute Stimmung und heizte den ersten Besuchern ordentlich ein. Nach und nach eröffneten auch die anderen Bühnen das Festival. Die Moonstage wurde mit Nachtsucher eröffnet und in der Rattenfängerhalle durfte man Frozen Plasma begrüßen. Schon zu so früher Stunde füllten sich die Hallen sehr gut, geschätzt 1.500 Besucher sammelten sich am Nachmittag schon auf dem Festival-Gelände oder feierten vor den Bühnen. Am Freitag lieferten noch Bands wie Forgotten North, Unzucht, Krayenzeit und Vlad in Tears unglaubliche Shows ab. Die eigentlichen Headliner Solstafir mussten ihren Auftritt ebenfalls absagen, da sie die Möglichkeit hatten in Amerika zu spielen. Leider, oder gerade aus diesem puren Zufall konnten die Veranstalter würdigen Ersatz finden.

„Vier Jahre hatten wir es probiert und nie hat es funktioniert…“

Die rede ist von Lord of the Lost. Aufgrund von Terminüberschneidungen hatte es nie mit einem Auftritt in den vorherigen Jahren geklappt. Im Jubiläumsjahr passte aber alles. Fast alles. Die Männer um Chris „The Lord“ Harms rissen Freitagnacht die Halle ab, jedoch unterbesetzt. Gared, Keyboarder der Metal-Band, tourt mit David Hasselhoff und so wurde er kurzer Hand durch einen Lebensgroßen Pappaufsteller ersetzt.

„Ein würdiger Ersatz, wie wir finden… Der Unterschied ist kaum zu erkennen… Aber mal im Ernst, wir freuen uns für Gared. Er tourt mit David fucking Hasselhoff. Das macht uns stolz!“ So die Band während des Auftritts

Während auf den anderen Bühnen noch Rapt und Ye Banished Privateers spielten, letztere übrigens ein absoluter Tipp von uns – diese Stimmung, gerade in einer kleinere Halle, bekommt man heute noch selten zu spüren – sammelten sich einige Bands und Festivalbesucher in der Rattenfängerhalle. Der Veranstalter hatte ein öffentliches Meet & Greet angekündigt.
Etwas unkoordiniert wurden einige Tische verteilt, Banner der Bands ausgelegt und so konnte sich jeder Fan ein Autogramm oder ein Foto seiner Lieblinge abholen. Offen gestanden war es eher ein LOTL Meet&Greet, etwa 250 Besucher sammelten sich um den Tisch der Hamburger. Bei den anderen Bands war es vergleichsweise leer. Dennoch, die Idee ist nicht schlecht. Aber, nächstes Mal etwas geplanter und vielleicht nicht Freitagnacht, mit fast 40 Minuten Verspätung. Dennoch, ein paar Pressevertreter waren noch vor Ort und so machten wir uns eine recht witzige Zeit – als Paparazzo aber auch als Double für Krayenzeit (Sorry, dass die Snacks schon leer waren).

Gegen 2 Uhr endete für unsere der erste Festivaltag.


Samstag
LunaTix mit einer atemberaubenden Show

Der Samstag versprach großes. Die zweite Hälfte des Line Ups hielt Bands wie Das Ich, Goethes Erben und Heilung bereit. Letztere sind spätestens seit Anfang des Jahres ein absoluter „Muss man gesehen haben“-Tipp. Dazu aber später mehr.
Der Tag begann für uns wie immer erst Mal im Presseraum. Laptop aufgebaut, Kameras vorbereitet, Speicherkarten geleert und schon ging es um 13.00 Uhr mit Embrun auf der Moonstage los. Eröffnet haben diesen Tag dann noch Dark Side Eons (Rattenfängerhalle), Adam is a Girl (Schiff) und Cellar Darling (Sumpfblume). Vor allem der Mix aus Elektro, Metal und Drehleier bei Cellar Darling war super und so läuft die Band nun auch in unserer Playlist. Einer unserer Überraschungsmomente des Festivals.
Den Tag über gab es mehr als gute Unterhaltung mit Snow White Blood, Kowalski und Girls under Glass. Gegen 17 Uhr standen aber erst mal drei Urgesteine auf der Bühne. Schnell füllte sich die Rattenfängerhalle und die Besucher feierten den Auftritt von Das Ich. Mittlerweile schon das zweite Mal auf dem Autumn Moon dabei und seit vielen Jahren auf den Bühnen wird es nie langweilig. Ebenso voll war die Halle auch bei dem darauf folgendem Act. Goethes Erben, Pionierband im Bereich der Neuen deutschen Todeskunst, stand auf dem Plan. Hier ist es musikalisch wirklich gewöhnungsbedürftig, dafür aber Performance-Mäßig ausgezeichnet und die Stimmung, die Frontmann Oswald Henke entgegenbringt ist schwer in Worte zu fassen.
Gegen 21.00 Uhr stand dann der heimliche Headliner an. Heilung füllten die Rattenfängerhalle in Rekordzeit. Und auch hier gilt: Musikalisch ist das nichts berauschendes. Aber Kunstvoll in Szene gesetzt – mit mystischen Klängen und interessanten Outfits jedenfalls einen Blick wert. Es ist also mehr Kunst als Musik.
Am Abend spielten unter anderem noch Project Pitchfork als eigentlicher Headliner, V2A und Alcest. Wir verbrachten den Abend aber lieber auf dem Markt, bzw. eher am Ufer der Weser. Dort hatten sich nämlich zwei wundervolle Damen vorbereitet. LunaTix, ein Feuertänzer-Duo, warteten mit ihrer letzten Show des Wochenendes auf. Bezaubernd und eine 1A Performance!

So neigte sich das Festival langsam dem Ende. Am Sonntag waren nur noch zwei, der fünf Bühnen bespielt. Neben der Marktbühne wurde, wie im letzten Jahr, auf der Moonstage ein Bandcontest abgehalten. Und wie in den Jahren zuvor war der Sonntag völlig kostenlos und so tummelten sich viele Anwohner unter den letzten Festivalbesuchern.


Auch 2019 war das Autumn Moon wieder ein voller Erfolg. Die Zuschauerzahlen wachsen von Jahr zu Jahr und auch die Organisation wirkt deutlich ausgereifter als noch im ersten Jahr. Ohne Zweifel hat sich das Autumn Moon damit schon zu einer festen Größe in der Szene etabliert. So ist es kein Wunder, dass es auch 2020 eine weitere Auflage des Festivals geben wird. Weitere Infos zum nächsten Jahr, sowie weitere Berichte aus diesem Jahr findet ihr beim Autumn Moon (Facebook & Homepage) oder hier bei uns!

An dieser Stelle wollen wir uns natürlich auch bei all unseren Freunden, Kollegen und dem Autumn Moon Team bedanken, allen voran natürlich Marco, für die zauberhafte Betreuung vor, nach und während des Festivals. Und ein großes Dankeschön auch an die liebe Crew der Sumpfblume, die uns in jedem Jahr einen Presseraum mit Bedienung zur Verfügung stellt. Wir könnten jeden einzeln aufzählen – aber: Du weißt es, wenn du gemeint bist!

Einige ausgewählte Aufnahmen findet ihr hier:
Autumn Moon Freitag
Autumn Moon Samstag

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