CD-Review: Maerzfeld – Zorn

Mit dem Begriff Zorn konnotiert man gemeinhin neben einer Form von Wut ebenso auch deren Bewusstmachung und Kanalisierung hin zu einem gewollten Vortrieb. Immer wieder haben wir Menschen zornig komponiert, geschrieben, Kunstwerke erschaffen und dabei bewiesen: Aus der Feststellung eines brodelnden Zustandes kann – auch im positivsten Sinne – Gestaltung mobilisiert werden.

So ist es ganz treffend, dass die fünf Musiker von MAERZFELD ihrem im Herbst 2019 erscheinenden Album den Titel Zorn gegeben haben. Das Album beginnt auch gleich mit dem Titelgebenden Song – harte Gitarrenriffs dröhnen aus den Boxen, zu denen sich ganz schnell auch drückende Drums gesellen. Abgerundet wird das Klangbild durch einige Synths und unterstreichen damit die klare und druckvolle Stimme von Sänger Heli. Namensgebend und Richtungsweisend endet der Song viel zu schnell. Mit Ohrblut sorgt MAERZFELD gleich für den ersten Stilwechsel – Abgehackte Gitarren werden von marschierenden Drums verfolgt. Im Refrain dominiert das Schlagzeug dann, stellt sich in den Strophen aber artig hinten an. Mit blutenden Ohren muss man bei diesem Lied aber nicht rechnen, außer man übertreibt es ein wenig mit der Lautstärke!

In klassischer NDH-Manier zeigt sich Titel Nummer drei. Die Sünde lebt wird zeitweise sehr melodisch, bricht aber immer wieder kurz aus. Schließlich holen einen aber Drum-Wellen und Breakdowns ein und sorgen für die richtige Härte. Das sich hinter Schwarzer Schnee ein eher emotionaler Song versteckt, fällt beim ersten Blick kaum auf – MAERZFELD lassen hier kaum an härte weichen. Beißende Gitarren schellen einen entgegen und der Song nimmt ziemlich an Fahrt auf. Textlich gleicht der Song aber beinah einer Ballade und macht damit klar: Balladen müssen nicht still sein! 

Das Video zu Schwarzer Schnee wurde im Vorfeld schon veröffentlicht und bildet die erste Single-Auskopplung des Albums.


“Go and fuck your life – ich bin reich!”

Sozialkritisch zeigen sich die Franken bei Titel Nummer fünf. Reich besingt die Gedanken und Weltanschauung einer Person mit Geld – zu viel Geld. Empathie und Menschlichkeit darf man hier nicht erwarten. Der Song selbst ist aber ein absoluter Ohrwurm Charakter und wunderbar schnell. Mit Bittersüß hat MAERZFELD einen Song im Gepäck – der uns ein wenig gespalten hat. Er erinnert zwischendurch ein wenig an Eisbrecher – Zitat: “Liebe kann auch Sünde sein” – hat dabei aber einen ganz eigenen Charakter und ist technisch wunderbar umgesetzt. Harte, ausreißende Parts gehen hier Hand in Hand mit ruhigeren und klar definierten Melodien. 

Technisch wunderbar ist übrigens das komplette Album umgesetzt. Man hat nicht diesen “Ständig das gleiche”-Gefühl. Jedes Stück ist auf seine Art und Weise einzigartig – hält dabei aber immer einen roten Faden. Allein durch Helis dominante Stimme behält jeder Song einen klaren MAERZFELD-Touch.

Auch Einer wie alle wird nicht langweilig – obwohl man “Kinder-Gesangs-Parts” schon von diversen anderen Bands kennt. Es passt hier aber wunderbar in das Konzept und unterstreicht die Aussage des Songs perfekt. Bei Flammenhänden hat uns MAERZFELD komplett überrascht. Wir erwarteten einen ruhigen Song – kurz darauf doch einen wie die Vorgänger. Und plötzlich wird der Song sehr ruhig und gefühlvoll – um kurz darauf wieder an fahrt aufzunehmen. Ein wundervoller Mix. 

Das Song-Intros nicht immer den eigentlichen Stil des restlichen Titels widerspiegelt zeigt sich bei Menschling wieder ganz deutlich. Hier kommt kein Pop Song sondern: MAERZFELD! NDH. Mitten ins Gesicht! Dennoch sorgte der Synthi-Pop Anfang für ein kleines schmunzeln. Musik muss halt auch Spaß machen.

Der vorletzte Titel des Albums bietet wieder eine gute Mischung aus ruhigen, gefühlvollen Parts und NDH-Elementen. Die Welt reißt auf ist damit der letzte Song aus der Feder von MAERZFELD.

Beendet wird das Album mit einem Cover von Zeig mit die Nacht (Münchner Freiheit).


Durch einer komplett neuen Herangehensweise in der Komposition bestachen MAERZFELD mit dem Vorgänger und sicherten sich damit eine feste Position in der Szene. Mit vorherrschende Industrial-Klänge durch harte, bass getriebene Riffs und schonungsloser Rhythmik gaben die Franken eine neue Marschrichtung an, die einen Meilenstein für MAERZFELD in puncto Sound und Selbstfindung darstellen sollte. Mit Zorn gehen Sänger Heli Reißenweber, die Gitarristen Mike und Matthias Sitzmann, Bassist Korbinian Stocker und Schlagzeuger Michael Frischbier den logischen Folgeschritt:

Noch konsequenter, direkter und mit ausdrucksstarken, tiefgründigen und selbst reflektierten Texten als Ansage leisten MAERZFELD ihren immer wichtiger werdenden Beitrag zu einer deutschsprachigen Musik. Auf der Reise übertreten sie immer wieder elegant die Feldgrenzen zwischen ergreifendem Rock und treibendem Industrial Metal, ohne in Wort und Klang auf dessen genretypische Dystopien zurückzuschauen.“Zorn“ erscheint am 4. Oktober 2019.



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Physisch:
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ZORN-Tour Autumn 2019:

04.10. Losheim, Indoor Hexentanz Festival
05.10. Geiselwind, Monster Festival
17.10. Essen Turock
18.10. Wuppertal, Underground
19.10. Siegburg, Kubana
22.10. Frankfurt, Das Bett
23.10. München, Backstage
24.10. Augsburg, Spectrum
29.10. Nürnberg, Hirsch
30.10. Leipzig, Hellraiser
31.10. Berlin, Nuke Club
01.11. Osnabrück, Bastard Club
02.11. Wetzlar, Black Pearl
08.11. NL-Weert, De Bosuil
09.11. Wolfenbüttel, KuBa Halle
26.12. Trockau, Dämonentanz Festival

Tickets:
https://www.maerzfeld.de

Shop:
https://maerzfeld.x-act-merchandising.de/


MAERZFELD streamen:
Spotify: https://open.spotify.com/artist/0HNDMxPNdc95WBRCXd9RzX
AppleMusic: https://itunes.apple.com/de/artist/maerzfeld/507323334
Deezer: https://www.deezer.com/de/artist/1666096
AmazonMusic: https://www.amazon.de/Zorn-Maerzfe…/…/B07XHTWQB4/ref=sr_1_3…


MAERZFELD online:
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