CD-Review: Nachtblut – Vanitas (VÖ: 02.10.2020)


Drei Jahre nach ihrem letzten Album melden sich Nachtblut mit ihrer neuen Platte Vanitas zurück! Nachdem die Osnabrücker Band uns bereits mit Puppenhaus, Leierkind und meine Grausamkeit kennt keine Grenzen einen Vorgeschmack inkl. je einem Musikvideo auf das neue Album geben, wird das nunmehr 6. Studioalbum der 15-jährigen Bandgeschichte am 02.10.2020 erscheinen. Das Album bringt es auf 10 neue Songs und einem Intro, um uns in der kalten Jahreszeit ordentlich einzuheizen!


Mit Veritas erklingen die ersten Töne des Albums. Das Intro spielt rund eine Minute und bliebt dabei durchgehend ruhig, erzeugt aber einen tierischen Spannungsbogen auf die 10 folgenden Songs.

Album Cover

Vanitas beginnt rhythmisch und kraftvoll, ehe das Gitarrenintro in einer ruhigen Passage endet, welche sich schnell als „die Ruhe vor dem Sturm“ entpuppt. Denn kurz danach beginnt auch Askeroth damit, seine ersten Töne der neuen Platte zu präsentieren. In guter, alter Nachtblut-Manier wird dem Zuhörer hier ein ordentlicher Song mit abwechslungsreicher Melodie, einem prägnanten Gesang und einem tollen Text geboten. Der bereits samt Musikvideo veröffentlichte Song Leierkinder verspricht vor allem Live ordentlich Stimmung ins Publikum zu bringen. Die eingängige Melodie und der Chor werden von der Band selbst als treibende Kraft beschrieben, welche vor und auf der Bühne viel Energie erzeugen wird. Daran lässt der Song absolut keinen Zweifel! Hier lohnt es sich besonders, zweimal hinzuhören, denn der Song birgt einer tiefe Bedeutung und soll dazu einladen, eine Pause zu machen und über sich selbst nachzudenken.

Wie der Vorgänger Leierkinder wurde auch Das Puppenhaus bereits im Vorfeld veröffentlicht. Der Song erinnert an Größen wie Rammstein und zieht ein schnell in seinen Bann. Wer dank der ersten ruhigen und harmonischen Töne denkt, dass der Song keine Energie mit sich bringt, hat sich gewaltig getäuscht! Während der Strophen baut sich eine gewaltige Stimmung auf, welche sich im melodischen Refrain entlädt. Askeroth wechselt hier mühelos zwischen einem knurrigen, fast flüsterndem, und klarem Gesang. Schon hier ist die Zweideutigkeit des Songs zu erkennen: Während der Titel schön klingt, ist der Zuhörer dazu angehalten, hinter dem Vorhang zu schauen, um die klaustrophobische Atmosphäre zu erkennen, welche durch das stimmungsvolle Musikvideo unterstrichen wird.

Das fünfte Stück des neuen Albums, kaltes Herz, kommt mit einem harten Sound daher, der Headbanging vorprogrammiert! Die einzelnen Instrumente und natürlich der Gesang sind perfekt aufeinander abgestimmt und bilden so ein Song, der absoluten Ohrwurmcharakter hat. Insbesondere der Refrain will dank seiner rhythmischen Melodie nicht so schnell wieder aus dem Kopf raus. Auch bei diesem Song wünscht man sich, direkt vor der Bühne zu stehen um die ganze Kraft dieses Songs spüren zu können!

Mit Nur In Der Nacht hat es ein etwas ruhigerer, fast schon sanfter Song auf die Platte geschafft, dem es aber an nichts fehlt. Er bringt Abwechslung auf die Platte und gönnt dem Zuhörer einen Moment Pause, indem er die Augen schließen und der harmonischen Melodie lauschen kann. Die Pause ist aber nur von kurzer Dauer – denn mit 3:22 Minuten ist Nur In Der Nacht der kürzeste Song der Neuerscheinung. Fürchtet Was Geschrieben Steht behält den ruhigen Sound des Vorgängers bei. Der perfekt aufeinander abgestimmte Song überzeugt vor allem im sanften, gefühlvollen Refrain. Ein Stück, das auf keiner Playlist fehlen darf und einem nach einen stressigen Tag ein paar ruhige, entspannte Minuten beschert.

Für den nächsten Song wurde kein geringerer als Chris Harms mit ins Boot geholt! Schmerz_Leid ist ein gefühlvolles Duett, bei dem es vor allem auf den Gesang der beiden Sänger ankommt. Die Melodie unterstreicht den Text wunderbar, hält sich jedoch die meiste Zeit dezent im Hintergrund. Wer jetzt die Augen nicht wieder geöffnet hat, wird spätestens mit den ersten Tönen zu Meine Grausamkeit Kennt Keine Grenzen hochschrecken. All die Power, die in den letzten Stücken gespart wurde, wurde augenscheinlich in dieses Meisterwerk gesteckt. Der Song enthält alles, was Fans lieben: harte Riffs, die unverwechselbaren Nachtblut Vocals und eine Melodie, die mal wieder zum Handbangen einlädt. Ein Lied für alle, die voller Hass sind und sehen wollen, wie die Welt niederbrennt. Ein Song ohne Gnade, der mit seiner vollen Härte daherkommt.

Mit Gegen Die Götter sind wir nun schon fast am Ende der neuen Platte angelangt. Er rundet die Platte bis hierher perfekt ab und gibt einem das Gefühl, dass ein großes Finale bevorsteht, welches mit Die Toten Vergessen Nicht erreicht ist. Askeroth besingt seinen eigenen Tod. Der Text ist düster und lässt gemeinsam mit der stimmungsvollen Melodie dem Hörer einen Schauer über den Rücken laufen.


Vanitas ist als Meisterwerk zu bezeichnen, welches in bekannten Nachtblut-Manieren mit knallharten Riffs, der prägnanten Stimme von Askeroth, mitreißenden Melodien und tiefgründigen Texten dafür sorgen wird, dass uns diesen Winter definitiv nicht zu kalt wird. Wer Nachtblut bisher nicht kannte, dem ist dieses Album dringend zu empfehlen.

Vanitas wird in folgenden Formaten erhältlich sein:

– 4 Page Digipak CD

– Digipak + Shirt Bundle

– Wooden Box: Digipak, Bonus CD, Leather Wrist Band, 4 Coaster, Deck of cards – Ltd. to 500 copies – SOLD OUT!

– Wooden Box + Shirt Bundle – SOLD OUT!

– Digital Album

Zum Vorverkauf:
https://bit.ly/3mLBqTf

Geschrieben von: Kovu